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In der Woche vom 22.01.18 bis zum 26.01.18 fanden an der IGS Nieder-Olm für alle Schülerinnen und Schüler Themenwochen statt, im Jahrgang 9 befassten wir uns mit dem Thema “Recht und Rechtsprechung“.



Die Klassen haben auf vielfältige Weise gearbeitet und z. B. Ausflüge ins Gericht gemacht und Interviews über Menschenrechte in Nieder-Olm geführt.
Es kamen auch verschiedene Gäste zu uns in die Schule, unter anderen Polizeibeamte, die über Drogen und ihre Erfahrungen mit Drogenkonsumenten und die verheerenden Folgen, die Drogenkonsum mit sich bringt, anschaulich berichteten.

Ein Zeitzeuge aus der Zeit, als Deutschland noch geteilt war in DDR ("Ostdeutschland") und BRD ("Westdeutschland") berichtete über seine eigenen damaligen Erlebnisse. Thomas Mahler erzählte immer zwei Klassen gemeinsam jeweils 3 Stunden lang etwas über die Zeit früher - also vor 1989 (seitdem ist Deutschland wiedervereint). Seine spannende Geschichte begann damit, dass er am 2. Mai 1987 mit seinen Freunden aus dem Westen einen Ausflug nach Ostberlin machte und dort einen jungen Mann traf, der gerne aus der DDR ausreisen und z. B. Paris und London sehen wollte, der aber (wie alle DDR-Bürger damals) nicht über die Grenze in den Westen ausreisen durfte. Thomas Mahler gab ihm seinen Ausweis, weil sie sich einigermaßen ähnlich sahen und so konnte der Mann nach Westberlin reisen (er blieb dort und machte eine Ausbildung).
Leider wurde Thomas Mahler jedoch beim Versuch, selbst zurück nach Westberlin zu kommen, festgenommen. Ohne seinen Ausweis landete er als politischer Gefangener in Haft, nachdem die Stasi (Staatssicherheitsdienst, die Geheimpolizei der DDR) ihm seine Geschichte vom angeblich verlorenen Ausweis nicht glaubte.
Er erzählte uns sehr spannend und anschaulich über verschiedene Verhörmethoden und darüber, wie es im Gefängnis war, mit welchen Menschen er dort zusammenkam und wie der Alltag in Haft aussah. Verurteilt wurde er dann zu zwei Jahren und drei Monaten Gefängnis.
Nach ungefähr einem halben Jahr durfte er aber - aufgrund einer allgemeinen Amnestie durch die DDR-Führung - dann wieder gehen und kam zurück zu seiner Familie und seinen Freunden.
Thomas Mahler forderte uns zum Schluss alle auf, an der Demokratie, die wir heute haben, aktiv mitzuarbeiten, uns in Vereinen und gegebenenfalls auch in politischen Parteien zu engagieren und die Freiheiten, die wir in unserem Land genießen, zu "verteidigen" und nicht als selbstverständlich anzusehen.

 

Franziska Strobel