Am 19.03.2026 war es endlich soweit: 14 Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgängen 9 und 10 machten sich in Begleitung von Herrn Gieseler und Frau Fischer auf zu unserer neuen Partnerschule in Frankreich, der École de Provence Marseille.
Die An- und Abreise nach Marseille wurde bequem mit dem Zug bewältigt. Endlich im Süden Frankreichs angekommen, wurden wir herzlich von den französischen Gastfamilien in Empfang genommen. Gleich zu Beginn des Austauschs sorgten einige Icebreaker-Übungen dafür, dass sich die Schülerinnen und Schüler beider Seiten schnell kennenlernten. In lockerer Atmosphäre wurden individuelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede entdeckt – sei es in Bezug auf Alltag, Schulleben, Hobbys oder kulturelle Gewohnheiten. Das war ein guter Auftakt in unsere Auseinandersetzung mit der Frage: Was ist eigentlich europäische Identität?
Ein besonderes Highlight des Programms war das eigens konzipierte Escape Game „Mission Europe”. In kleinen gemischten Teams mussten die Jugendlichen unter Zeitdruck Rätsel zu verschiedenen europäischen Themen lösen. Die Aufgaben deckten dabei ein breites inhaltliches Spektrum ab:
Die Sprachen Europas, europäische Symbole und Werte, deutsch-französische Geschichte, europäische Länder und ihre Besonderheiten – Geografie, Kultur, Traditionen
Das Escape Game förderte nicht nur Teamgeist und Kommunikation über Sprachgrenzen hinweg, sondern machte europäische Geschichte und Identität auf spielerische Weise erfahrbar. Die Begeisterung war auf beiden Seiten spürbar.
Ein weiterer zentraler Programmbaustein war die gemeinsam gestaltete Umfrage zum Thema europäische Identität, die an der Partnerschule in verschiedenen Jahrgangsstufen durchgeführt wurde. Die Ergebnisse lieferten überraschend vielfältige und persönliche Einblicke. Besonders aufschlussreich waren Antworten auf Fragen wie: Was bedeutet Europa für dich? Warum ist es für dich wichtig, in Europa zu leben? Was teilen europäische Länder miteinander? Die Antworten reichten von konkreten Alltagsbeobachtungen bis hin zu Werten wie Freiheit, Solidarität und dem Recht auf Mobilität. Die Vielfalt der Stimmen – altersübergreifend und interkulturell – machte deutlich, wie lebendig und vielschichtig europäische Identität tatsächlich ist.
Die Umfrageergebnisse bildeten die Grundlage für ein kreatives Abschlussprojekt: Die sogenannte ErasMUR – eine Erasmus-Mauer auf dem Schulhof der Partnerschule. Auf dieser Gemeinschaftsmauer wurden Aussagen, Symbole und Gedanken zur europäischen Identität künstlerisch festgehalten und für die Schulgemeinschaft sichtbar gemacht. Die ErasMUR wurde zu einem sichtbaren Zeichen der Zusammenarbeit beider Schulen und bleibt als dauerhaftes Kunstwerk auf dem Schulhof der Partnerschule erhalten.
Neben den schulischen Programmbausteinen bot ein Ausflug in das Marseiller Viertel Cours Julien wichtige Inspiration. Das Quartier ist geprägt von einer einzigartigen Dichte an Wandmalerei und urban-kulturellen Ausdrucksformen. Die Schülerinnen und Schüler erkundeten das Viertel und ließen sich von der Vielfalt der Stile, Motive und Botschaften inspirieren. Der Besuch im Cours Julien war nicht nur ästhetisch beeindruckend, sondern lieferte auch wertvolle Impulse für die eigene Gestaltung – insbesondere mit Blick auf das ErasMUR-Projekt. Streetart als öffentliche Kommunikation, als politisches Statement und als kulturelles Gedächtnis zeigte sich hier in einer Vielzahl von Facetten.
Nach einer Woche war unser Aufenthalt in Marseille leider schon vorbei. Den Koffer gepackt mit unvergesslichen Erinnerungen, neuen Freundschaften und einem stärkeren Bewusstsein für eine gemeinsame europäische Identität, reisten wir zurück nach Deutschland. Umso mehr freuen wir uns nun auf den Rückbesuch der französischen Austauschpartner und Austauschpartnerinnen im Mai in Nieder-Olm – à très bientôt!
Julia Fischer







