Besuch der Ausstellung „Anatomie der Fragilität“ im Frankfurter Kunstverein

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Am 24.02.2026 besuchten die beiden Kunst Grundkurse der 12. Klasse die Ausstellung „Anatomie der Fragilität, Körperbilder in Kunst und Wissenschaft“ im Frankfurter Kunstverein. Vor Ort bekamen wir eine Führung durch die Ausstellung, die sehr spannend, aber teilweise auch etwas extrem und ungewohnt war.

Gleich zu Beginn sahen wir zwei besondere Armprothesen aus dem The Alternative Limb Project der Londoner Künstlerin Sophie de Oliveira Barata. Diese Prothesen sollten nicht möglichst echt aussehen, sondern waren künstlerisch gestaltet. Sie erweitern den Körper und machen ihn zu etwas Besonderem. Dadurch wird eine Prothese nicht versteckt, sondern selbstbewusst gezeigt. Das fanden wir sehr beeindruckend.

Ein weiterer Raum zeigte die berühmte anatomische Venus von Clemente Susini. Diese lebensgroße Wachsfigur aus dem 18. Jahrhundert stellt eine Frau mit geöffnetem Körper dar, sodass man die inneren Organe sehen kann. Die Figur steht für die Zeit der Aufklärung, in der Wissen und Wissenschaft immer wichtiger wurden. Daneben waren sogenannte Moulagen ausgestellt, naturgetreue Wachsmodelle von Hautkrankheiten aus der Sammlung der Goethe-Universität Frankfurt. Diese Modelle wurden früher für die medizinische Ausbildung genutzt. Es war interessant, aber auch etwas schockierend, die Krankheiten so realistisch zu sehen.

Besonders außergewöhnlich waren die Skulpturen der südkoreanischen Künstlerin Yein Lee. Ihre lebensgroßen Figuren bestanden aus Kabeln, Metall und Alltagsgegenständen. Sie wirkten wie offene Körper, bei denen man ins Innere schauen konnte. Damit kritisiert die Künstlerin das Bild vom „perfekten“ und makellosen Körper.

In den letzten Räumen sahen wir historische Votivgaben aus Wachs aus der Sammlung von Hans und Benedikt Hipp. Diese Objekte zeigen Körperteile und stehen für die Verletzlichkeit des Menschen. Den Abschluss bildete eine große Installation von Agnes Questionmark. Ihre Skulpturen wirkten wie Mischwesen zwischen Mensch und Tier. Die Werke basieren auf Bildern von Herzoperationen und erinnerten an das Innere des Körpers. Die Figuren wirkten fremd und fast etwas unheimlich.

Insgesamt war der Besuch sehr interessant. Manche Werke waren komisch, extrem oder sogar etwas schockierend, aber genau das machte die Ausstellung spannend. Wir konnten viele Themen aus dem Unterricht wiedererkennen, zum Beispiel die Frage: Was ist eine Plastik oder eine Skulptur? Wie wird der menschliche Körper dargestellt? Der Ausflug hat uns gezeigt, wie eng Kunst und Wissenschaft miteinander verbunden sein können. Der Besuch hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Emma Weiler, Jahrgang 12